Hommage an
Robert HP Platz
zum 70. Geburtstag

Hier finden Sie Informationen zu den geplanten Konzerten im September und Oktober 2021,
zu Robert HP Platz, den Künstler*innen und mehr!

Sieben Uraufführungen an Kölns prominentem Ort neuer Kunst und Musik

Das vielfältige Wirken Robert HP Platz‘ wird in drei Konzerten am 25.9. (Köln), 9.10. (Baden-Baden) und 10.10.2021 (Essen) durch seine Weggefährten und Schüler sowie hochkarätige Spezialisten ihrer jeweiligen Instrumente präsentiert. Zu hören sind insgesamt sieben Uraufführungen sowie eine Deutsche Erstaufführung. Hauptwerk in allen drei Konzerten ist die Uraufführung des „Sonnengesang“, ein Werk für Solotenor, Kontrabassflöte und Vokalensemble geschrieben in die Architektur der Kunst-Station Sankt Peter am Kölner Neumarkt. Beide Konzerte des 25.9.2021 wurden vom WDR mitgeschnitten. Das Konzert von 13 Uhr wird in SWR2 in der Programmschiene „JetztMusik“ im Jahr 2022 und das Konzert von 17 Uhr auf „WDR 3 Konzert“ am 29.12.2021 gesendet.


Robert HP Platz

Robert HP Platz, geboren 1951 in Baden-Baden. Kompositionsstudium bei Wolfgang Fortner und Karlheinz Stockhausen, als Dirigent Schüler von Francis Travis. Dirigate und Aufführungen seiner Werke in ganz Europa, Asien und Amerika.

Platz hat als Dirigent über 300 Werke uraufgeführt und mit Orchestern wie dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg, den beiden SWR-Orchestern oder dem DSO Berlin, dem Klangforum Wien, dem Ensemble Musikfabrik gearbeitet; er leitete 20 Jahre lang das Ensemble Köln. Zusammenarbeit mit Komponisten wie Hosokawa, Huber, Scelsi, Stockhausen, Xenakis.

Platz’ Kompositionen seit 1989 sind Teile eines tagebuchartig in assoziativen Sprüngen sich fortsetzenden Gesamtwerks, im Raum verteilt, polyphon sich durchdringend und überwölbend (“Formpolyphonie”).

Im Pfau-Verlag erschienen die Textbände TOP: Skizzentagebuch und … weil die Welt und wir mit ihr so sind (Texte zur Musik 1972–2014). 2013 erschien im Bärenreiter-Verlag die Technik des Violinspiels (mit Irvine Arditti). Für 2021 ist im Pfau Verlag ein Band über Robert HP Platz geplant (Hrsg.: Gordon Kampe). Seit 2016 wird von der Klaviermanufaktur Steingraeber nach seinen Angaben der erste Midi-Flügel mit fest verbauten Transducern gebaut.

Platz lebt in Köln und ist erster Gastdirigent der Ensembles Alternance (Paris) und Musica d’Insieme (Mailand).

Mitglied des Bureau du Directeur des Elektronischen Studios Centre Henri Pousseur, Liège. Zahlreiche CD-Einspielungen und Preise, darunter als beste CD des Jahres 2009 (Hosokawa I, NEOS). Platz ist Professor für Komposition und Ensembleleitung Neue Musik an der Musikhochschule Würzburg.

Informationen zu Robert HP Platz und seiner Arbeit finden Sie auch unter rhpp.de


Programm

Samstag, 25. September 2021
Kunst-Station St. Peter | Köln

Konzert I 13:00 Lunchkonzert

Andreas Eduardo Frank zündholzraspeln (UA)
Philipp Maintz choralvorspiel XXXII (wer nur den lieben gott läßt walten)‚ UA
Aydin Pfeiffer Taste Classifies, UA
Cong Wei Endloser Raum, UA
Franck Yeznikian Fosfeni, UA

Konzert II 17:00 „Sonnengesang“

Robert HP Platz
Stunden:Buch IV
Branenwelten 6
Sonnengesang (UA)
aus: Anderswo (UA)
Ryoko no Nô (Deutsche Erstaufführung)

Anima Mundi, Kammerchor
Asasello Quartett, Streichquartett
Roberto Fabbriciani, Kontrabassflöte
Irene Kurka, Sopran
Angela Metzger, Orgel
Clara Sophia Murnig, Klavier und Transducerflügel, IRCAM-Technik: Augustin Muller
Roland Techet, Dirigent
Teru Yoshihara, Sänger
Corby Welch, Tenor

Die Konzerte werden vom WDR 3 mitgeschnitten. Das Konzert „Sonnengesang“ wird am 19.1.2022 auf WDR 3 Konzert gesendet. Das Lunchkonzert erklingt in SWR2 JetztMusik.

Samstag, 9.10.2021
St. Bernhard | Baden-Baden

17:00 „Sonnengesang“

Josquin Desprez Motetten
Robert HP Platz Stunden:Buch IV
Josquin Desprez Motetten
Johann Sebastian Bach Fantasie G-Dur BWV 572
Robert HP Platz Sonnengesang

Corby Welch, Tenor
Roberto Fabbriciani, Kontrabassflöte
Uwe Serr, Orgel
Anima Mundi, Kammerchor
Roland Techet, Dirigent

Sonntag, 10.10.2021
Alte Synagoge Essen

18:00 „Sonnengesang“

Josquin Desprez Absalon fili mi
Josquin Desprez De profundis clamavi
Robert HP Platz Danach I
Maurice Ravel Deux Mélodies hébraïques
Ernest Bloch Visions et prophéties
Robert HP Platz Traum Più di un sogno
Karol Szymanowski. Die brennenden Tulpen op. 24 Nr. 3
Olivier Messiaen Regard du Père aus: Vingt regards sur l’enfant-Jésus
Robert HP Platz Sonnengesang

Corby Welch, Tenor
Roberto Fabbriciani, Kontrabassflöte
Anima Mundi, Kammerchor
Roland Techet, Dirigat und Klavier


Mitwirkende

Komponist*innen

Andreas Eduardo Frank (*1987) ist Komponist, Medienkünstler und Performer. Er studierte an der Hochschule für Musik Würzburg sowie am elektronischen Studio der Musikhochschule Basel. Sein Œuvre ist vielseitig und geprägt durch enge Kollaborationen mit herausragenden Interpreten und Künstlern verschiedenster Sparten auf internationaler Ebene. Frank arbeitet in seinen Werken an der Schnittstelle zwischen real und virtuell, zwischen Musik, Performance, Choreografie, Video und Theater. Seinen Stücken geht meist eine poetische Überidee voran, die sich auf komische bis nihilistische Weise in der Musik kontextualisiert. Mit Absurdität, Humor und Präzision möchten seine Werke auf virtuose Weise mit dem glitzern, was nicht glänzt. Er baut Gedankenschlösser, ohne Furcht, diese wieder niederzureißen, um aus deren Schutt einen genuinen Musikbegriff abzuleiten, der mutig mit anderen Disziplinen flirtet. Seine Aktivitäten führten zu zahlreichen Aufführungen und Auftragswerken in der Schweiz, Deutschland, im weiteren europäischen Raum, in Asien sowie in Amerika bei denen er, neben der Komposition, teils als Klangregisseur oder Performer aktiv mitgestaltet. Frank ist seit Frühjahr 2019 Artistic Director des Ensemble Lemniscate Basel. Er wurde mehrfach für sein Schaffen ausgezeichnet und zuletzt für ein Aufenthaltsstipendium im SWR Experimentalstudio 2020 ausgewählt.

Philipp Maintz wurde 1977 in Aachen geboren. 1997 bis 2003 studierte er Komposition bei Robert HP Platz am Conservatorium in Maastricht, Abschluss mit Auszeichnung. Weitere Studienaufenthalte am Centre Henri Pousseur der Université de Liège und am IRCAM in Paris folgten, sowie von 2003 bis 2005 bei Karlheinz Essl am Studio For Advanced Music & Media Technology in Linz. 2005 erhielt er den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, 2010 das Stipendium der Deutschen Akademie in Rom Villa Massimo und zuletzt 2015/16 ein Stipendium des Freistaats Bayern für die Villa Concordia. Die Münchener Biennale für Neues Musiktheater eröffnete 2010 mit der Uraufführung seiner Oper MALDOROR, 2019 war die Uraufführung seiner Kammeroper THÉRÈSE bei den Salzburger Osterfestspielen und in der Elbphilharmonie Hamburg zu hören. Im Oktober vergangenen Jahres war die Neufassung seines Konzerts für Klavier und Orchester von Joonas Ahonen und dem RSO Wien unter der Chefdirigentin Marin Alsop in Graz zu hören. Er gehört „einer jüngeren Komponisten-Generation an, die einerseits dem Erbe der Moderne im 20. Jahrhundert verpflichtet ist, andererseits bei aller Bindung auch gestalterische Freiräume sucht“, wie es Deutschlandfunk Kultur formuliert hat.

Aydin Pfeiffer (*1999) studierte Komposition als Jungstudent von 2016 bis 2018 an der HfM München bei Prof. Jan Müller-Wieland und war parallel in der Gitarrenklasse von Stefan Schmidt in Friedberg bei Augsburg. Seit 2018 studiert er Komposition bei Prof. Robert HP Platz und Gitarre bei Prof. Jürgen Ruck an der HfM Würzburg. Seine Werke wurden bereits von namhaften Musikern wie den Münchner Philharmonikern und Irvine Arditti aufgeführt. Er gewann Preise bei „Jugend Komponiert“ und dem „Armin-Knab-Kompositionswettbewerb“. Er ist Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Cong Wei, geboren 1988 in China, studierte zunächst am Zentralen Musikkonservatorium Peking bei Prof. Guoping Jia und absolvierte 2016 ihren Master an der Musikhochschule Lübeck bei Prof. Dieter Mack. Anschließend besuchte sie die Meisterklasse an der Hochschule für Musik Würzburg (2018, Prof. Robert HP Platz) sowie ein postgraduales Studium an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Prof. Detlev Müller-Siemens). Weitere Studien folgten in Stuttgart (Neue Musik, Gesang) und in Hong Kong (Promotion). Stipendien erhielt sie vom DAAD und dem Goethe-Institut.
Sie komponierte für verschiedene Neue Musik Ensembles und Orchester in Europa und China. Wei ist Preisträgerin zahlreicher Kompositionswettbewerbe wie dem Karlsruher Kompositionswettbewerb 2014 und dem „ISING! Festival” 2020. Während der „Leibniz’ Harmonien“ (2016) ging sie als Gewinnerin mit einem Sonderpreis hervor, der durch das Auswärtige Amt verliehen wurde.

Franck Christoph Yeznikian (*1969) begann seine Kompositionsstudien 1991 am Conservatoire in Lyon (Komposition Acousmatique und Komposition für Instrumente) bei Denis Dufour und Jean-Marc Duchenne. Er begann parallel dazu mit dem Privatunterricht bei Klaus Huber. Nach seinem Abschluss 1994 kehrte er an das Conservatoire National Supérieur Musique et de Danse de Lyon zurück. Hier änderte er seine Ausrichtung hin zu Mittelalter- und Renaissance-Kontrapunkt bei Gérard Geay und zur Analyse des 20. Jahrhunderts bei Robert Pascal. Von 1999 bis 2002 absolvierte Yeznikian bei Robert HP Platz sein Studium an der Zuyd Hogeschool Maastricht, wo er seinen Abschluss machte. Es folgten Aufführungen seiner Werke bei internationalen Festivals und Auftragswerke beispielsweise für das SWR Orchester Stuttgart 2006 („PHASMES (de Laocoonte)“) oder sein Projekt „Was Weiter Wird Werden (de Vinculis)“ auf dem Ars Musica Festival 2012. Unter anderem gewann Yeznikian 2002 den ersten Preis des 11. Internationalen Orchesterwettbewerbs vom Festival de Besançon, den Förderpreis der Akademie der Künste Berlin 2003. 2009 wurde er offiziell von Klaus Huber ausgewählt, den Salzburger Stadtpreis zu erhalten.

Musiker*innen

Anima Mundi ist ein professioneller Kammerchor, der sich zusammengefunden hat, um das a cappella-Repertoire des Mittelalters und der Renaissance einerseits und andererseits die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts zu pflegen und aufzuführen. Die Konzentration auf die Musik von Hildegard von Bingen bis Monteverdi und die Musik nach 1900 bedingt, ausschließlich mit professionellen Sänger*innen zu arbeiten. Schwerpunktmäßig haben sie Auftritte in Kirchen, auch aufgrund des vorwiegend geistlichen Repertoires (1100–1600). Eine enge Zusammenarbeit besteht mit Komponisten, die teilweise für das Ensemble komponieren (Staebler, Shim).

Das Asasello Quartett (Rostislav Kozhevnikov, Violine | Barbara Streil, Violine | Justyna Sliwa, Viola | Teemu Myöhänen, Cello) ist ein europäisches Ensemble. Seit der Gründung im Jahre 2000 in der Kammermusik-klasse von Walter Levin in Basel haben sich die Musiker nicht nur als hervorragende Interpreten des klassisch-romantischen Repertoires und der neuen Musik einen Namen gemacht. Der Studienabschluss erfolgte an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz beim Alban Berg Quartett und David Smeyers. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen sowie die Förderung eigener Projekte erlauben die Umsetzung neuer Ideen, besonderer Aufnahmetechniken und Konzertformen. Die Programme sind intelligent und anspruchsvoll, nie Mainstream. Wenn es sein muss, springt Asasello auch vom Stuhl oder aus dem Frack.

Roberto Fabbriciani wurde 1949 in Arezzo geboren. Er arbeitete mit den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts zusammen, mit Luciano Berio, Pierre Boulez, Sylvano Bussotti oder John Cage, die ihm wichtige Werke widmeten. Er war Gast auf Festivals wie der Biennale Venedig, Donaueschingen, in Brüssel, Warschau, Salzburg oder Wien. Er arbeitete mit zahlreichen berühmten Orchestern zusammen wie dem Orchestra della Scala di Milano, dem WDR Sinfonieorchester Köln, dem SWF Baden-Baden, dem DSO Berlin oder dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Peter Eötvös, Vladimir Jurowski, Bruno Maderna oder Ingo Metzmacher. Von Fabbriciani liegen zahlreiche CD-Einspielungen vor.

Irene Kurka, Sopranistin, Autorin und Podcasterin, zählt zu jenen Persönlichkeiten, die dem heutigen Musikleben innovative Impulse geben. Sie ist als tiefgründige, wandlungsfähige und hingebungsvolle Interpretin insbesondere der zeitgenössischen Musik bekannt. Als aufmerksame Beobachterin nicht nur der „Neuen“ Musik-Szene gibt sie ihren reichen Erfahrungsschatz in dem Podcast „neue musik leben“ und dazugehörigen Büchern weiter. Kurka eine international gefragte Sängerin und Darstellerin. Zahlreiche Komponisten (unter anderem Eggert, Corbett, Weeks, Muntendorf, Pisaro, Fox, Haussmann, Seither, Beuger, Brass und Frey) schreiben und widmen ihr Stücke. Mittlerweile hat sie über 260 Uraufführungen gesungen.

Angela Metzger widmet sich der Orgelmusik in ihrer gesamten Bandbreite: so erhielt sie Einladungen zum Barockfestival Varaždin, zur „Nacht Zeitgenössischer Orgelmusik“ Berlin und zu „orgel-mixturen“ in Köln. Zudem arbeitet sie mit Komponisten der Gegenwart wie Moritz Eggert, Mark Andre, Johannes X. Schachtner und Dominik Susteck. Konzertverpflichtungen führten sie auch nach Ägypten, Israel, in die Philharmonien Essen, Köln und Hamburg, die Musashino Civic Cultural Hall Tokyo und nach Oman, Royal Opera House Muscat. Im Rahmen ihrer Konzerttätigkeit entstanden Rundfunk- und Fernsehaufzeichnungen (DLF, WDR, BR); CDs sind bei Rondeau Leipzig, Solo Musica München und im Are-Verlag erschienen. Letztere war für den Preis der deutschen Schallplattenkritik 2020 nominiert. Metzger wurde bei den internationalen Orgelwettbewerben sowie beim ARD-Wettbewerb ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie den Kulturpreis der Bayernwerk AG, 2019 wurde ihr der Bayerische Kunstförderpreis verliehen. Sie studierte Kirchenmusik mit A-Diplom sowie Konzertfach Orgel bei Prof. Edgar Krapp und Prof. Bernhard Haas an der Hochschule für Musik und Theater München.

Clara Sophia Murnig ist Pianistin in den Bereichen zeitgenössische Musik, Liedbegleitung und Kammermusik und als Lehrende am Ludwig van Beethoven Institut der Universität für Musik und darstellenden Kunst Wien tätig. Ihre Konzerttätigkeit führte sie in den Edgar Elgar Room der Royal Albert Hall, zu Cremona Musica 2017, ins Schönberg Center Wien, ins Kultur- & Kongresszentrum Liederhalle Stuttgart und in den King Alexei’s Place. Im Sommer 2019 war sie Begleiterin bei Grace Bumbry in Wien und seit 2017 ist sie regelmäßige Korrepetitorin bei den Austrian Master Classes in Zell an der Pram für die Klasse von Bernhard Landauer. Ihre pianistische Ausbildung erhielt sie an der Universität für Musik und darstellenden Kunst Wien bei Ursula Kneihs und Anna Pfeiffer sowie am Royal College of Music London in Piano Accompaniment bei Simon Lepper und Roger Vignoles. Sie arbeitete als Samling Artist mit Sir Thomas Allen und beim Schubert Institut Baden bei Wien mit Elly Ameling; und absolvierte Meisterkurse bei den Wiener Tagen der zeitgenössischen Klaviermusik mit Helmut Lachenmann, Robert HP Platz und Clay McMillan sowie bei der internationalen Sommerakademie der mdw mit dem Klangforum Wien. Murnig erhielt mehrere Stipendien, darunter das STARTStipendium des damaligen österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur in der Sparte Musik und darstellende Kunst.

Uwe Serr ist Kantor an der Stiftskirche Liebfrauen und als Musikpädagoge an der Privatschule Pädagogium Baden-Baden tätig. Im Rahmen seiner Chorleitertätigkeit leitet er den Chor der Stiftskirche, das Vokalensemble Lucida vallis und die Päda-Voices, den Kinderchor des Pädagogiums. Zahlreiche Projekte entstanden in Zusammenarbeit mit der Philharmonie Baden-Baden. Außerdem ist er als Dirigent, Organist und Fachberater immer wieder für den SWR in Hörfunk und Fernsehen tätig. Der Kinderchor wirkte zuletzt bei der Opernproduktion „Othello“ im Rahmen der diesjährigen Osterfestspiele im Festspielhaus mit.

Roland Techet studierte Klavier und Dirigieren in Würzburg und Stuttgart und war als Assistent bei Wolfgang Gönnenwein bei den Ludwigsburger Festspielen tätig. Er arbeitete als Korrepetitor an der Staatsoper Stuttgart, danach als Kapellmeister an Opernhäusern, darunter 2001-2005 an der Deutschen Oper am Rhein. Er assistierte Lorin Maazel, Eberhard Kloke und Maurizio Kagel. Seit 2005 arbeitet Roland Techet als freischaffender Dirigent im In- und Ausland, in Zusammenarbeit mit den Düsseldorfer Symphonikern und vielen weiteren Orchestern. Wichtiger Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit ist die Neue Musik, z. B. mit der Kreation neuer musiktheatraler Konzepte wie „Schönheit der Schatten“, Düsseldorf 2006 in Kooperation mit Werner Schroeter. Techet war Gast beim Festival für Neue Musik Düsseldorf, bei der Ruhrtriennale und Mitwirkender beim Opening Festival für Aktuelle Klangkunst 2014/15 in Trier. Am Theater Augsburg dirigierte er Debussys „Pelléas et Méllisande“ sowie „Das Bildnis des Dorian Gray“ als Ballettabend. Ebenfalls in Augsburg dirigierte er „Lohengrin“ sowie eine Konzertreihe mit der 7. Sinfonie von A. Bruckner.

Der amerikanische Tenor Corby Welch war von 2003-2018 Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg, wo er vorerst allewichtigen Mozartpartien seines Faches sang, bevor er ins jugendliche Heldenfach umstieg und Partien wie Bacchus, Lohengrin, Tannhäuser, Siegmund,Siegfried, und Erik auf den wichtigsten Bühnen Europas darstellte.Ein weltweit gefragter Konzertsänger, reicht Welchs Repertoire von Bach, Mozart, und Beethoven bis zu Mahler, Verdi, Britten, und zeitgenössischeKomponisten wie Sofia Gubaidulina, Krzysztof Penderecki und Moritz Eggert.Nächste Auftritte sind u.a. Verdis Requiem in Hannover, Alwa in Alban Bergs Lulu in Heidelberg, und Siegmund in der Walküre an der Deutschen Oper am Rhein.

Teru Yoshihara studierte Schulmusik und Gesang an der Staatlichen Universität für Musik und Kunst in Tokyo. In einem Aufbaustudium an der Scuola Musicale di Milano beschäftigte er sich intensiv mit dem italienischen Belcanto und absolvierte schließlich sein Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Bereits 1995 erfolgte das Opern-Debüt des Baritons als „Sharpless“ in Puccinis „Madame Butterfly“. Nur ein Jahr später gewann er den ersten Preis beim „Japanischen Liedwettbewerb“ in Tokyo. Seitdem singt Yoshihara mit großem Erfolg Konzerte und Opern in Europa und Japan. Er arbeitet mit namhaften Dirigenten wie Nello Santi und Helmuth Rilling zusammen. Seit 2002 ist es Teru Yoshihara ein großes Anliegen, japanische Kunstlieder in Europa zu präsentieren. Dazu gab er im Rahmen des „Deutsch – Japanischen Dialogs“ mit dem Pianisten Felix Romankiewicz zahlreiche Konzerte in Europa und Japan mit vielfältigen Programmen, in denen deutsche und japanische Kunstlieder einander gegenübergestellt werden. Darüber hinaus liegt ihm die musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr am Herzen. Er versteht es vor allem junge Männerstimmen, die sich nach dem Stimmbruch an eine neue Sprech- und Singlage gewöhnen müssen, mit viel Motivation, fachlicher und pädagogischen Kompetenz durch den Stimmwechsel zu begleiten. Im Sommersemster 2019 wurde er an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart zum Professor berufen.


Tickets

Eintritt: 15,- € / 12,- € ermäßigt

Coronabedingt bitten wir darum, den Kontaktnachverfolgungs-bogen im Vorhinein auszudrucken und ausgefüllt mitzubringen. Den Vordruck finden Sie hier. Zudem bitten wir um einen GGG-Nachweis bei Einlass zum Konzert gemäss CoronaSchVO NRW bzw. CoronaVO BW.

Die Orte

Kunst-Station St. Peter
Jabachstraße 1
50676 Köln

St. Bernhard
Bernhardusplatz 2
76530 Baden-Baden

Alte Synagoge Essen
Edmund-Körner-Platz 1
45127 Essen


Nota bene – Hintergründe, Notizen und Kommentare

Lunchkonzert – fünf Uraufführungen

Andreas Eduardo Frank zündholzraspeln (UA)
Philipp Maintz choralvorspiel XXXII (wer nur den lieben gott läßt walten)‚ für Orgel (UA)
Aydin Pfeiffer Taste Classifies (UA, für Flöte solo)
Cong Wei Endloser Raum (UA)
Franck Yeznikian Fosfeni, second string quartet (UA)

Fragen und Antworten zu den neuen Werken von Raoul Mörchen (in Vorbereitung)

Auftragswerke des Rheinischen Kulturvereins Euterpe e.V. zum 70. Geburtstag von Robert HP Platz. Maßgebich realisiert mit Unterstützung der Kunststiftung NRW, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft Land NRW und dem Kulturamt der Stadt Köln

„Sonnengesang“ – Werke von Robert HP Platz

aus: Anderswo (UA, Text: Alban Nikolai Herbst)
Großer Schlußmonolog aus dem Opernprojekt Anderswo.

Ganz große Oper: Unsere Heldin wird nach der (politischen? klimatischen?) Katastrophe von der unbewohnbar gewordenen Erde zu einem fernen Planeten gesandt, um dort die Menschheit neu zu gründen. Durch einen Technikfehler wird sie während des endlos langen Fluges aus dem eisigen Schlaf geweckt – keine Chance mehr auf Neugründung… sie lässt die Bilder ihres Lebens an sich vorbeiziehen, und da mit ihr die ganze Menschheit sterben wird, verwebt sich ihre persönliche Geschichte mit der des Planeten Erde. Einsam altert sie vor sich hin, stirbt sie: Alles ist sinnlos geworden, besonders die Flucht vor den selbst verschuldeten Problemen. Ist es nicht besser, sie dort zu lösen, wo sie entstehen?

Branenwelten 6

Branenwelten ist ein Zyklus von zunächst voneinander unabhängigen Stücken, die auf die Möglichkeit der Simultanaufführung hin konzipiert wurden. Zur Uraufführung von Branenwelten 6 schrieben die Stuttgarter Nachrichten 2017: „Scharfe Kontraste dazu boten Robert HP Platz‘ Branenwelten 6. Klavierklang und Elektronik gingen eine verführerische Symbiose ein, die Zukunftspotenzial besitzt. Im Gestus hochvirtuos, wird immer wieder innegehalten, um der elektronischen Verlängerung der Klänge nachzuspüren.“

Danach

Danach I + II stellt ein Rhizom aus den „Echo“-Serien dar: Sie sind Nachklänge von älteren Werken, wie ein Kommentar, ein Resümee – eben ein Echo. Zusätzlich sind sie Teil der Komposition „Echo-Hüllen Danach“, wo sie gleichzeitig (polyphon) zum Ablauf des Ensemblestückes gespielt werden. Danach I kann ebenfalls als Solostück für Flöte aufgeführt werden.

Ryoko no Nô (DEA)

Ich habe einfach versucht, keine Kopie von Nô zu schreiben und es zu meinem eigenen Nô-Stück werden zu lassen. Nichtsdestotrotz bleibt es ein Noh-Stück. Daher die besondere Funktion der Instrumente, die besondere Funktion der Beziehung zwischen Stimme und Instrumenten. Und da ist natürlich das eher rituelle Auftreten der Protagonistin und ihr ritueller Abgang von der Bühne. Dies ist nicht nur ein Konzertstück für Nô-Stimme und Streichquartett, sondern ein kleines Theaterstück.
[Aus dem Werkkommentar von Robert HP Platz]

Sonnengesang (UA)

Der Zyklus Sonnengesang besteht aus vier einzelnen Kompositionen, die jeweils autark konzipiert sind und somit sowohl separat aufgeführt werden können oder synchron im Raum verteilt.

Die vier Kompositionen sind:

I           Auge Gottes für Männerchor
II          der Weg für Männerchor + Bariton
III         Traum für Tenor Solo
IV        più di un sogno für Kontrabaß-Flöte Solo (für Roberto Fabbriciani)

Alle Texte, auch die zu II (Maulana-Dschelalladin Rumi) und III (Itzig Manger) werden jeweils im Original gesungen: Rumi in Farsi, Manger auf Jiddisch.

Die Stücke I, II und III sind also auf einen christlichen, muslimischen und einen jüdischen Text geschrieben. Die Möglichkeit, die Stücke einzeln oder gemeinsam aufzuführen deutet implizit auf eine ökumenische (und damit auch politische) Utopie von Robert HP Platz: dass die drei Stücke jeweils zunächst in ihrer jeweiligen Gemeinde einer der drei Weltreligionen gesungen werden können, also in der Kirche, der Moschee oder der Synagoge und schließlich nicht nur die drei Vokalstücke, sondern auch die drei Gemeinden zusammenkämen zur gemeinsamen simulatanen Aufführung aller drei Stücke.

Die Idee geht weit über eine einfache Vermengung religiöser Texte hinaus. Es wird vielmehr der ökumenische (politisch: der demokratische) Ansatz durch die musikalische Struktur direkt verwirklicht: Polyphonie als respektvolles Akzeptieren des Anderen in seiner Andersartigkeit. Entsprechend sind die Vokalstücke angelehnt an typische Gesangsstile der der drei monotheistischen Religionen: Gregorianik, Sufi, Chasan (Kantor). Das Flötenstück „più di un sogno“ mag als Umhüllung und Kommentar gesehen werden.

Stunden:Buch IV

Kann man überhaupt komponieren, ohne Gedanken über das Zerfließen der Zeit nachzuhängen?“
[Aus dem Werkkommentar von Robert HP Platz]. Uraufgeführt im Jahr 2012.

weitere Werke

Des Weiteren erklingen ergänzend Werke von Johann Sebastian Bach, Ernest Bloch, Josquin Desprez, Olivier Messiaen und Maurice Ravel in den Konzerten in Essen und Baden Baden.


Hier finden Sie in Kürze Links zu unseren Partnern uvm.

Ricordi Verlag Berlin: vertreiben Kauf- und Leihmaterial der Werke Robert HP Platz‘

Label Stradivarius: Robert HP Platz „Più di un sogno“

Steingraeber & Söhne, Bayreuth: Steingraeber Transducer Flügel

IRCAM (Institute for Research and Coordination in Acoustics/Music): gemeinsame Realisation der „Branenwelten 6“

Bürgerspital Würzburg